Beiträge getaggt mit USA

Ron Paul & Richard Holbrooke

Egal was man über den amerikanischen Abgeordneten Ron Paul denkt – über seinen anscheinend irgendwie aus der US-Gründerzeit stammenden Liberalismus, seine isolationistischen Ansichten, seine totale Unkategorisierbarkeit nach jedem Links-Rechts-Schema, seine idiotischen Präsidentschaftskandidaturen und seinen idiotischen Sohn – er ist einer der interessantesten und prinzipientreuesten Politiker, die die USA in den letzten Jahrzehnten hatten:

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Die Weisheit der Massen

Die Mehrheit der Amerikaner verlangt von der Regierung Haushaltsdisziplin, und steht geschlossen gegen jede Form von Steuererhöhung.

Ja. Macht Sinn.

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Darmspiegelung mit FOX-News

Fox News in Höchstform:

„Yeah…. I saw my dad in a little room, talking to god….“

Auch als Hardcore-Atheist findet man sich ja manchmal im Zweifel. Weniger Zweifel an der Nichtexistenz magischer Lebensformen – aber gelegentlich wundert man sich schon, ob religiöse Illusionen nicht vielleicht doch im Alltag nützlich sein könnten. Ob sie vielleicht wirklich den Wohlstand der Nation vergrößern, beispielsweise.

Es besteht natürlich keine Frage, dass Mentalitäten eine Rolle bei sowas spielen. Aber der christliche Fundamentalismus ist mitlerweile, meiner Meinung nach, vielmehr ein Klotz am Bein der USA, eher ein bizarrer Anachronismus, als eine ökonomisch akzeptable Notlüge.

Was auch immer an nützlichen Illusionen Religion vermitteln kann, ist sowieso längst ins säkulare Unterbewusstsein der Vereinigten Staaten übergegangen: Arbeitsdisziplin? Kein Amerikaner, egal welcher Weltanschauung, der sich nicht mindestens ca. 10mal am Tag als „hard working“ bezeichnet (und es aller Wahrscheinlichkeit auch ist). Kein Amerikaner, der nicht Optimismus für seine erste Bürgerpflicht hält, und kaum einer, der bei wirtschaftlichen Schicksalsschlägen nicht zunächst mal bei einer ganz bestimmten Person die Schuld sucht, nämlich bei sich selbst. Klar, es gibt Ausnahmen. Aber wie manche Amerikaner sich geradezu an die totale Selbstverantwortung für ihr Leben klammern, auch bei unverschuldeter Not, ist fast schon tragisch, und sicher eine fundamentale Stärke der USA.

Und gerade deshalb hat Religion, ironischerweise ausgerechnet dort, schon lange ihren vielbeschworenen Zweck eingebüßt, den Menschen „im Alltag hilfreiche Mentalitäten“ zu vermitteln. Weil alles, was sie dazu zu bieten hatte, längst von ihr abgetrennt und in verweltlichter Form ins kollektive Selbstverständnis der Vereinigten Staaten integriert worden ist.

Heute hält Religion natürlich noch die zahlreichen Kirchengemeinden Amerikas zusammen; das ist lobenswert, aber kaum ein Alleinstellungsmerkmal. Gleichzeitig vermittelt sie aber mit ungebrochenem Elan Ansichten, die wissenschaftlich falsch, frauenfeindlich, und oft schlicht antiintellektuell sind, und die nebenbei die amerikanische Gesellschaft in mittlerweile ziemlich beachtlichem Maße spalten. Von all den fragwürdigen Zeitgenossen einmal abgesehen, die aus der Leichtgläubigkeit ihrer Mitmenschen Geld bzw. aus Religion ihre Karriere gemacht haben.

Den Fall gesetzt, dass man die ignorante Ablehnung der Werte des Rationalismus nicht irgendwie als Pluspunkt verbucht, dann ist die Wirkung der Religion natürlich auch in dieser Hinsicht verheerend.

(Und das alles hat übrigens nur am Rande etwas mit der Ablehnung Obamas durch den konservativen Teil Amerikas zu tun.)

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