Bullshit. Bullshit!!!

Unter Leuten, die keine klaren Gedanken mehr fassen können, haben sich in letzter Zeit Thesenpapiere als bevorzugtes Kommunikationsmittel etabliert. Ein Trend, dem ich mich nicht verschließen möchte, zu zwei Themen, die mich genervt haben.

1. Die NATO hat den Schutz der Zivilbevölkerung zum Hauptziel des Libyen-Einsatzes erklärt. Was heißt „Schutz der Zivilbevölkerung“?? Nein, im Ernst, was meint die NATO mit diesem Begriff? Meint sie „Demokratisierung“? Das wäre ein ehrbares Ziel, aber eines, das mit Luftschlägen kaum zu erreichen sein wird. Ginge es wirklich nur um den „Schutz der Zivilbevölkerung“, dann müsste zuallererst das beidseitige Ende der Kampfhandlungen gefordert werden, und vielleicht noch eine Generalamnestie Gaddafis für die Rebellen. Bloß dass ich keine dieser beiden Forderungen bisher von irgendjemandem gehört habe. Ich habe den Eindruck, dass die NATO, das beste Militärbündnis der Welt, jetzt schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit in einen Konflikt gerannt ist, ohne sich ein klares Ziel zu setzen, was gelinde gesagt Scheiße ist.

2. Ja, Gaddafi ist ein Arschloch. Aber dass Westerwelle vorgeworfen worden ist, er habe den Stimmungswechsel im UN-Sicheheitsrat nicht bemerkt, und die Nicht-Teilnahme Deutschlands sei für ihn eine persönliche Niederlage, das war wirklich gequirlte Scheiße vom Feinsten. Westerwelle ist Außenminister, und kein Society-Reporter, der irgendwelche Stimmungen erfühlen soll. Wir sollten lieber froh sein, dass er sich aus der Wirtschaftspolitik raushält. Und seine Entscheidungen bzgl. Libyen waren bisher  gut durchdacht. Und ich lobe Westerwelle nicht gerne.

3. THEMENWECHSEL: Es ist erstaunlich, wie sich Abgeordnete für Embryonenrechte ins Zeug legen. Nicht, dass das Thema der Präimplantationsdiagnostik in irgendeiner Weise politisch wichtig wäre, ganz im Gegenteil. Es gehört zur exklusiven Liste von Themen (Abtreibung, Homo-Ehe, Kreuze in der Schule, Gentechnik, etc….), die entweder rein statistisch eh nie auftreten, in ihren Folgen so gut wie irrelevant sind, oder zu denen es schon längst eine eindeutige moralische Lösung (i.d.R. Liberalisierung) gibt. Und WEIL diese Themen egal sind, gilt bei ihnen im Parlament auch der de-facto-Fraktionszwang nicht. Jepp, DAS ist der Grund.

4. Und trotzdem, und um mich jetzt wie erwartet selbst in dem Thema zu verrennen: Menschen entstehen erst durch Zeugung und Geburt. Wäre es nicht irgendwie moralisch angebracht dafür zu sorgen, dass die Menschen, die durch Zeugung und Geburt entstehen evtl, vielleicht, so weit wie möglich, nicht behindert sind? Es gibt eben nicht bestimmte Erbgutkombinationen, die im Himmel herumschweben und alle ein Recht auf Leben haben. Es gibt nur die Entscheidung, welches Leben entsteht, und ein gesundes Leben ist angenehmer zu leben als ein behindertes. PUNKT.

5. Aber das klarzustellen wird einem von Idioten dann als moralisches Urteil über geistig oder körperlich behinderte Menschen ausgelegt. Bloß: Wenn ich sage „AIDS ist Scheiße“ meine ich damit nicht „Menschen, die an AIDS leiden, sind Scheiße“ und auch nicht „Menschen, die an AIDS leiden, sollten diskriminiert werden, Heil Hitler!“, sondern ich meine: Man sollte den Betroffenen alle verfügbare medizinische Hilfe zuteil werden lassen, ihre Lebensleistungen so respektieren wie die jedes anderen Menschen, und alles tun, um die Krankheit selbst zu besiegen. Und wäre AIDS genetisch bedingt, so wäre es richtig, die entsprechenden genetischen Merkmale möglichst schnell aus dem Genpool zu entfernen.

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